Unser erstes Jahr im Sportprofil

von Manuela Witt (Kommentare: 0)

Wasserski, Erste Hilfe, Golf-Disc, HSV, ... Wir waren dabei!

In den ersten Tagen hatten wir die Chance als Volunteers bei der Rollstuhl-Basketball-WM in Wilhelmsburg mitzuhelfen, um Inklusion mal anders kennenzulernen. Leider erfuhren wir erst vor Ort, dass nicht so viele für das Begleitprogramm gebraucht wurden. Entschädigt wurden wir von den Eindrücken, die wir als Zuschauer im Rahmen des Männer Länderspiels Türkei gegen Iran bekamen. Eine tolle Atmosphäre in der Halle und kampfbetonter Leistungssport. Die Spieler müssen nicht nur gut mit dem Ball umgehen können (passen, werfen, dribbel, fangen), sondern gleichzeitig noch ihren Rollstuhl beschleunigen, abbremsen und steuern.

Zweimal waren wir bei Wasserski Norderstedt. Wasserski hat einen hohen Fun-Faktor, ist aber mit 15€ pro Schüler für 2 Stunden nicht billig. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Starten, schafften es alle zumindest bis zur ersten Kurve. Aber auch dieses "Hindernis" haben fast alle nach einigen Versuchen bewältigt. Einige probierten auch wakeboard und kneeboard aus oder ließen sich auf dem Bauch durchs Wasser ziehen und sahen dabei wie fliegende Fische aus.  Gegen die Kälte schützt ein Neoprenanzug und als Sicherheit dient eine Schwimmweste.  Man braucht ein gutes Gleichgewichtsgefühl, Kraft in den Armen und manchmal etwas Mut sich zu überwinden, wenn das Trapez einen spektakulär aus den Skiern reißt.

Beim 2-tägigen Erste-Hilfe-Kurs lernten wir Wiederbelebung, stabile Seitenlage, verschiedene Verbände und viel Theorie. Das Anlegen der Verbände machte viel Spaß, beim Beatmen einer Puppe taten sich einige Schüler schwer, eine desinfizierte Maske zu "küssen". Wir hoffen, unsere Kenntnisse nicht anwenden zu müssen, wissen aber, dass Fehler beim Helfen vorkommen können. Das ist  allemal besser als in einer Notlage wegzusehen und gar nicht zu helfen.

Wir haben auch die Golf-Disc Anlage des HSV im Volkspark ausprobiert. Mit wenigen Würfen eine längere Strecke zurückzulegen, Hindernisse zu "umwerfen" und dann zum Abschluss erfolgreich gezielt im Korb zu versenken ist nicht einfach. Es erfordert Übung und Erfahrung mit einem Frisbee, zumal der Wind die Flugbahn beeinflusst. Wir hatten die Techniken vorher im Unterricht ausprobiert. Wir hatten kein schönes Wetter, dadurch war der Spaß etwas eingetrübt. Dafür ist die Anlage kostenlos. Man muss nur sein eigenes "outdoor-Frisbee" mitbringen. Hilfreich sind Geschicklichkeit, ein gutes Gefühl für den Wind, und Schnelligkeit in der Arm- und Handgelenksbewegung.

Beim Bogenschießen kommt es dagegen auf Konzentration, Atmung und eine ruhige Haltung an. Wenn man die Anweisungen der Trainer genau befolgt, stellt sich auch der Erfolg ein. Es ist ein gutes Gefühl, den Pfeil "ins Ziel zu gucken" und den Ballon in der Zielscheibenmitte zum Platzen zu bringen. Auch diese Veranstaltung ist nicht billig (12€ für 1 Stunde), aber zum Jahresausklang ein absolutes Highlight.

Beim HSV haben wir einen Tag im "HSV Klassenzimmer" zum Thema "Toleranz"(im Rahmen von Diversity) gearbeitet. Ein Lehrer arbeitet als Streetworker mit der HSV Fan Szene zusammen und konnte uns Einblicke in die Fankultur geben.

Außerdem haben wir bei Sportveranstaltungen der Schule (Basketball- und Hockeyturnier, Spielecup) geholfen, sei  es beim Organisieren oder als Schiedsrichter.

Die Kaderspieler im Bereich Basket- und Fußball haben parallel zum Sportunterricht Training beim HSV, können dadurch ihre individuellen Fähigkeiten weiter ausbauen und damit ihre Chancen auf eine Sportlerkarriere erhöhen.

Henning Joppen (Tutor Sportprofil 10a)

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