Als die Gestapo an der Haustür klingelte

von Tim Trepte (Kommentare: 0)

Zeitzeugengespräch mit Holocaust-Überlebenden: Das Ehepaar Franz & Petra Michalski besucht die Klasse 10b & e

Als es hieß, dass uns ein Zeitzeuge besuchen würde, habe ich mich sehr gefreut. Der Zeitzeuge, der uns besucht hat, war Franz Michalski mit seiner Ehefrau Petra aus Berlin. Ich finde, es ist etwas Besonderes, wenn ein Zeitzeuge, der die Zeit des Nationalsozialismus (über-)lebt hat, extra in unsere Schule kommt und uns seine Geschichte erzählt.

Franz Michalski (geb. 1934) war das älteste Kind von Lilli und Herbert. Da die Familie seiner Mutter jüdisch war, betrachteten die Nationalsozialisten ihn und seinen Bruder als „Halbjuden“. Er erlebte als Kind Diskriminierungen in Form von Schikanen, Ausgrenzung bis hin zu offenen Anfeindungen. Der Deportation durch die Nationalsozialisten entkam die Familie knapp, da sie rechtzeitig gewarnt wurde und untertauchen konnte. Nur aufgrund mehrerer mutiger Menschen, die der Familie Michalski Unterschlupf und Hilfe gewährt hatten, konnte die Familie gerettet werden. Den Rettern der Familie Michalski wird mit anderen mutigen Helfern in der Ausstellung „Stille Helden“ in Berlin erinnert und gedacht. (https://www.gedenkstaette-stille-helden.de/)

Ich hatte natürlich schon viel über den Zweiten Weltkrieg und die Judenverfolgung gehört, aber die Rettungsgeschichte der Familie Michalski ist etwas anderes: Sie ist nicht nur eine erschreckende, sondern auch eine bewegende und Mut machende Lebensgeschichte. Besonders beeindruckend fand ich, dass die beiden nicht im Vergangenen verhaftet bleiben, sondern ihr Leben voller Lebensfreude leben und uns Jugendliche daran teilhaben lassen.

Petra und Franz Michalski haben uns als eingespieltes Team sehr behutsam über das Thema informiert und sind mit uns über die aktuelle Lage, über Antisemitismus und Rassismus in der heutigen Gesellschaft ins Gespräch gekommen.

Mich hat das alles sehr zum Nachdenken angeregt, um wirklich für alles dankbar zu sein, was wir haben  - denn Demokratie, Frieden, und dass es uns gut geht, sind nicht selbstverständlich. Es war wirklich eine schöne Zeit mit den beiden und ich bin froh, dass ich es miterleben durfte.

Lea Brammer (10b)

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