"Frieden und Menschlichkeit dürfen kein Luxus sein"
Am 12. April 1945 wurden rund 800 Häftlinge aus dem Polizeigefängnis Fuhlsbüttel auf einen Todesmarsch in Richtung Kiel getrieben. Mindestens neun von ihnen wurden unterwegs erschossen. Ihr Weg führte sie unmittelbar durch unseren Stadtteil, was viele heute gar nicht wissen.
Wer waren diese Menschen? Was bedeutet der Begriff Todesmarsch? Und wie können wir heute daran erinnern?
Mit diesen Fragen kam die Gedenkstättenpädagogin Kim Kielau auf eine Gruppe Schüler:innen zu, die sich seit Beginn des Jahres mit demokratischen Themen und gesellschaftlicher Teilhabe auseinandersetzen: Die Demokratie-Jugend des Jahrgangs 7, angeleitet von zwei Schülerinnen aus Jg. 9 und zwei Kolleginnen. Kim Kielau lud uns ein, uns an der Vorbereitung eines Gedenkmarschs zu diesem Ereignis vor 81 Jahren zu beteiligen.
Da wir bei dem Projekt DemokratieTalente mitmachen, habe wir die Chance ergriffen, bei diesem Gedenkmarsch mitzugehen. Wir beschäftigen uns mit demokratischen Themen und wollen selbst aktiv werden - wir haben uns deshalb mit 2 Biographien von Personen beschäftigt, die bei dem Todesmarsch dabei waren und ihn überlebten."
(Marta und Mariam, 9b)
In der Vorbereitungszeit wurden Plakate mit bewegenden Zitaten der beiden Persönlichkeiten Hilde Sherman und Wübbo Sielmann von der Gruppe erstellt. Mit eindrücklichen Wortbeiträgen zu den Umständen des Todesmarsches, zu den persönlichen Schicksalen der beiden sowie zur Wichtigkeit des Gedenkens dieser grausamen Taten in der NS-Zeit heute und in Zukunft wurde die Veranstaltung an der Gedenkstele am U-Bahnhof Ochsenzoll eröffnet. Etwa 60 Schüler:innen des Heidberg aus den Jahrgängen 7-11 nahmen daran teil und brachen danach mit den weiteren Teilnehmenden auf, um einen Teil des damaligen Weges zu Fuß bis Norderstedt zu gehen. Dort wurden wir von einer Schüler:innengruppe des BBZ Norderstedt und dessen Schulleiterin empfangen und haben weitere beeindruckende Redebeiträge zum Todesmarsch gehört. Zu einigen Schicksalen der Menschen, die damals mitlaufen mussten, hat die Geschichts- und Zukunftswerkstatt Langenhorn eine Ausstellung vorbereitet: 16 Plakate, die einige Biographien näher beleuchten und die Umstände des Todesmarschs erklären, hängen ab Mittwoch, 15.4., für zwei Wochen im Flur des Haus C (1. OG) und können dort angeschaut werden. (Ausnahme ist der 21.4.) Wir bedanken uns herzlich für die Zusammenarbeit mit Kim Kielau und der Geschichts- und Zukunftswerkstatt Langenhorn sowie die Unterstützung von Frau Seyler.
C. Hinzmann und N. Kaiser (DemokratieScouts)
Fotos: Birgit Schwarz, Daniela Seyler und Jasmin Jochem